Das Entscheidende an der Erfindung der Dampfmaschine ist, dass mit ihr - unabhänig von natürlichen Energien wie Wind und Wasser - eine starke, repetetive Schubkraft und damit Bewegung erzeugt werden konnte, die für die unterschiedlichsten Zwecke - Rühren, Stampfen, Schieben, Pumpen, Hechseln, Plätten, usf. - genutzt werden konnte.
Mit dieser Erfindung reichte allein die Erzeugung von Dampf - durch das Erhitzen von Wasser - aus, um die verschiedensten Geräte anzutreiben - und Dampf kann man eigentlich überall erzeugen; mit der Erfindung der Dampfmaschine wurden Produktionsprozesse also ortsunabhängig, es war nicht mehr nötig, eine Produkton an einem Fluß oder in einem Windweg anzusiedeln.
Zur Dampfmaschine in Cöthen
Die Dampfmaschine in Cöthen ist bei Albert Gieseler - zusammen mit Otfried Wagenbreth und Helmut Dü̈ntzsch Autor des Klassikers: „Die Geschichte der Dampfmaschine. Historische Entwicklung, Industriegeschichte, Technische Denkmale“ - gelistet.
Hier Albert Gieselers technische Beschreibung der hiesigen Maschine von 1875 und ihrem Zustand im Jahr 2016 vor der Restaurierung:
"Liegende Einzylindermaschine mit Uförmigem Rahmen und Expansions-Flachschieber- steuerung. Eine Rahmenwange hat einen aufgegossenen Sockel (mit Anschlagknaggen) fü̈r das aufgesetzte Kurbelwellenlager. Dieses hat Dochtschmierung u. ist waagerecht nachstellbar. Die gebohrte Kreuzkopffü̈hrung hat keine Verbindung mit dem Zylinderdeckel, sondern ist an beiden Enden durch vorgeschraubte Winkelstü̈cke (mit elliptischer Öffnung für den Durchgang der Kurbelstange) nur mit dem Grundrahmen verbunden.
Das Kurbellager ist offen und hat einen Bügel (dieser fehlt) mit Keilverbindung. Außerhalb des Kurbelwellenlagers sind die beiden Steuerexzenter, gefolgt von einer kleinen, balligen Riemenscheibe (vmtl. für den Reglerantrieb).
Das einteilige Schwungrad (vom Zylinder gesehen: rechts vom Rahmen) hat sechs geschwungene Speichen. Rechts davon sind eine große Riemenscheibe (Speichen mit Kreuzprofil) und eine kleine Riemenscheibe mit geschwungenen Speichen. Außerhalb des Stehlagers ist eine Kurbelscheibe zum Antrieb einer liegenden Pumpe (fragmentarisch vorhanden). Zylinderschmierung durch Schmierpresse. Fabrikschild auf der linken Rahmenwange.
Beschreibung lt. Abbildungen (2016). Die Maschine stand schon zu DDR-Zeiten unter Denkmalschutz und litt später nach Abbruch des Dachs.“